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09.02.2021 | Zweites Windrad in Freimann in Betrieb – EDR plant Spezialfundament auf schwierigem Baugrund

Im Januar 2021 ging im Norden Münchens auf der Deponie Nord-West in Freimann ein weiteres Windrad der Stadtwerke München (SWM) in Betrieb. Das Windrad ist ein weiterer Baustein der „Ausbauoffensive Erneuerbare Energien“ der SWM. EDR war maßgeblich an der Gründung des Windrads beteiligt. 

In den Jahren 2015 bis 2019 wurde im Auftrag der SWM von Prof. Christian Kellner (Hochschule München) in Zusammenarbeit mit EDR die Realisierung der Gründung vorangetrieben und ein innovatives und einzigartiges Spezialfundament entwickelt. Die objekt- und tragwerksplanerische Realisierung des Fundaments wurde von EDR seit 2019 umgesetzt und konnte Ende 2020 erfolgreich abgeschlossen werden.

Die ehemaligen Mülldeponie stellt einen sehr inhomogenen Baugrund dar. Im Vergleich zu natürlich gewachsenen Böden birgt die Prognose von Untergrundverformungen infolge das Lastabtrags deutlich größere Unsicherheiten. Gleichzeitig sind für einen geregelten Betrieb des Windrades nur geringe Schiefstellungen zulässig.

Unter anderem aufgrund der stofflichen Zusammensetzung der bestehenden Deponie musste eine Tiefgründung und tiefreichende Baugrundverbesserungen verworfen werden. Letztendlich konnte nur eine Flachgründung realisiert werden. Um eine möglichst großflächige Lastverteilung zu realisieren wurde ein Fundamentdurchmesser von 26 m ausgeführt, wobei im Zentrum ein Bereich mit einem Durchmesser von 10 m komplett vom Untergrund entkoppelt und lastfrei gehalten ist. Zum Ausgleich einer nicht gänzlich auszuschließenden Schiefstellung während des Betriebs kann das Fundament durch ein 2-stufiges Konzept in seiner Lage stabilisiert und rückverformt werden:
1)    Auf der Fundamentplatte sind acht Kammern mit einem Volumen von je ca. 150 m³ aufgesetzt. Diese können einzeln mit Wasser oder Boden befüllt werden. Im Falle einer unplanmäßigen Schiefstellung kann durch Gegenballastierung eine gezielte, bereichsweise Entlastung des Un-ergrundes erfolgen.
2)    Unterhalb des Fundaments ist eine Injektionsebene angeordnet. Fächerartig sind Injektionsrohre in 2 Ebenen verbaut. Hiermit kann das Fundament bei Bedarf angehoben und eingetretene Verformungen wiederholt rückverformt werden.

Wir wünschen dem Windrad und den SWM für die kommenden Jahre einen reibungslosen und planmäßigen Betrieb und freuen uns, dass der Technische SWM Geschäftsführer Helge-Uve Braun das realisierte Spezial-fundament als „Ingenieurtechnische Meisterarbeit“ (https://www.youtube.com/watch?v=OtH5yCNrKlE&feature=youtu.be) würdigt.

www.swm.de/magazin/energie/windrad-freimann

© Peter Rintisch, ViUS GmbH

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